18 04 2020

Ordentliche Mitgliederversammlung

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„Singen mit Jungen, aber richtig“

Seminar fĂŒr Chorleiter(innen) mit Berliner und Schweicher Jungen

Dem Schweicher Dekanatskantor und Regionalchorleiter Musikdirektor Johannes Klar ist es wieder einmal gelungen Prof. Kai-Uwe Jirka von der UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin sowie Judith Kamphues, ebenfalls aus Berlin, fĂŒr ein hochkarĂ€tiges Chorleiterseminar nach Schweich zu holen. Mit im GepĂ€ck der Berliner Dozenten waren auch 12 Berliner Domsingknaben.  Weitere 15 Knaben aus dem Umfeld von Schweich bildeten den sogenannten „Studienchor“. Es sollte ein “Knabenchorseminar“ werden
 doch es war am Ende mehr. Mit viel Esprit und Empathie haben Judith Kamphues und Prof. Kai-Uwe Jirka die Knaben zum Singen angeregt. In getrennten Einzelproben mit den Moselaner und den Berliner Knaben entlockten die Dozenten unerwartete Töne, bis hinauf zum „f4“, und weckten die Lust nach mehr.

Ein Fußballspiel zwischen den Berliner- und den  Moselbuben komplettierten das 2-tĂ€gige Seminar, welches seinen Abschluss in der Gestaltung des sonntĂ€glichen Hochamtes in der Pfarrkirche St. Martin fand. Stimmen so rein wie die Glocken des Kirchturms verfehlten nicht  ihre positive Wirkung auf die Gottesdienstbesucher. Die Schweicher Knaben wurden angesteckt von der Begeisterung der Berliner GĂ€ste und es war sicherlich nicht das letzte Zusammenkommen auf dieser Ebene.

ResĂŒmee: Die Auswirkungen der Arbeit mit Jungen, ĂŒberhaupt mit Kindern haben enorme Auswirkungen auf die Arbeit mit Erwachsenen, dies wurde einmal mehr durch dieses Seminar  deutlich. Das weit verbreitete Jammern ĂŒber fehlenden Nachwuchs hilft ĂŒberhaupt nicht weiter, im Gegenteil, man muss sich uneingeschrĂ€nkt  und mit Leidenschaft auf diese tolle Arbeit einlassen. Dies gilt im Besonderen fĂŒr jede Chorleiterin und jeden Chorleiter, aber auch die SĂ€ngerschar ist in dieser Sache angesprochen. Nur wer sich  als Erwachsener fĂŒr die jungen Leute interessiert, ihnen mit Respekt begegnet, der wird erleben, dass dies irgendwann zurĂŒckkommt. Das Singen und Musizieren stirbt nicht aus, im Gegenteil,  es hat nur ein anders Gesicht bekommen.   O. Ton: Johannes Klar!

Der gelungene Aufbruch in Schweich wird seine Fortsetzung finden konstatiert Regionalchorleiter und Dekanatskantor Johannes Klar. Die junge Generation nimmt uns in die Pflicht!

UnterstĂŒtzt wurde dieses Seminar vom  Fachverband Deutscher Berufschorleiter, der Region 4 im Chorverband Rheinland-Pfalz, dem Kreischorverband Trier-Saarburg, den Kreiskulturtagen und der Grundschule Schweich sowie dem Dekanat Schweich-Welschbillig.

Jörg May


FDB-Studienreise 2012 nach Spittal (Österreich)

Impressionen einer Reise

Ziel der ersten Studienreise des FDB im Jahr 2010 war Schweden gewesen, und nach allem, was es darĂŒber zu hören und zu lesen gab, muss die Unternehmung fĂŒr alle Teilnehmer ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein. Kein Wunder also, wenn unter den diesjĂ€hrigen Teilnehmern durchaus Skepsis aufkam, ob denn die Reise in das kleine, etwas abseits gelegene AlpenstĂ€dtchen Spittal an der Drau auch nur annĂ€hernd einem Vergleich wĂŒrde standhalten können.

Um es vorwegzunehmen, die hoch gesteckten Erwartungen wurden nicht nur erfĂŒllt, sie wurden in jeglicher Hinsicht weit ĂŒbertroffen. Ob die Unterkunft und Verpflegung im idyllisch gelegenen Hotel „Landhof Simeter“, ob die Chemie in der 11-köpfigen Reisegruppe, ob die freundliche Witterung und das schier ĂŒberwĂ€ltigende musikalische Programm: Alles war bis ins Detail mit großer Umsicht und Sorgfalt vorbereitet, alle Programmpunkte waren zielgenau auf die Teilnehmergruppe abgestimmt. FĂŒr die MĂŒhen der Planung und DurchfĂŒhrung gebĂŒhrt unserem Vorsitzenden, Michael Rinscheid, und unserem ortskundigen Kollegen, Hubert Reuter, der in Spittal offenbar so etwas wie die Rechte eines Einheimischen genießt und der die FĂ€den der Organisation unablĂ€ssig in der Hand hielt, unser aller herzlichster Dank.

Schon der Ankunftstag, Donnerstag, 5. Juli, hatte es in sich. Nach gemeinsamem Abendessen im Hotel ging es per Taxi, das uns zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Abruf zur VerfĂŒgung stand, ins StĂ€dtchen hinunter, genauer in das mit beeindruckendem Ambiente und mit hervorragender Akustik ausgestattete Schloss Porcia. Der veranstaltende Chor, der „Singkreis Porcia, Spittal“ unter Leitung von Bernhard Wolfsgruber, eröffnete mit einem BegrĂŒĂŸungskonzert den 49. Internationalen Chor-Wettbewerb und bedachte darin jeden einzelnen Teilnehmerchor mit einem Vortrag in dessen Landessprache. Sicher keine leichte Aufgabe, denn unter den zehn zugelassenen Chören befand sich auch je ein Vertreter aus Slowenien, Ungarn, Japan, Indonesien oder SĂŒdafrika.

Als besondere Annehmlichkeit empfanden wir, dass bei allen Konzerten fĂŒr unsere Gruppe Topp-PlĂ€tze in dem vollen Haus reserviert waren, wir also – trotz großen Andrangs – nie anstehen oder gar warten mussten.

Am Freitagmorgen wurden wir vom Leiter und BegrĂŒnder des Wettbewerbs, Prof. Hellmuth Drewes, persönlich in den wunderbar restaurierten RĂ€umen des Schlosses empfangen und bewirtet. Anschließend durften wir exklusiv die Akustikprobe aller Chöre miterleben. Nach Mittag nahm sich Prof. Drewes sogar noch die Zeit, uns die Eigenheiten des kĂ€rtnerischen Volkslieds zu erlĂ€utern und einige Lieder mit uns zu singen, womit er uns ein unverhofftes VergnĂŒgen bereitete. Am Abend traten die Chöre zum Volkslied-Wettbewerb an, bei dem vorzĂŒgliche Leistungen geboten wurden. Gewinner war am Ende der Kammerchor KlangsCala aus Salzburg, dicht gefolgt von den Chören aus Laibach (Slowenien) und Tokio (Japan).

Plichtchor-Wettbewerb und Kunstlied-Wettbewerb waren die Haupt-Programmpunkte am Samstag. Vormittags hatten die Chöre ihre drei PflichtstĂŒcke (Gallus, Stanford und Thurnher) vorzutragen, am Abend standen die Werke eigener Wahl auf dem Programm. Was von den Chören verlangt wurde, grenzte ans Unvorstellbare. Ein sehr breites und schwieriges Programm galt es durchzustehen, wĂ€hrend die Ruhezeit stark eingeschrĂ€nkt war. Schon kurz nach 6:00 Uhr z. B. beendete der Chor aus SĂŒdafrika unseren Schlaf mit EinsingĂŒbungen auf einer hotelnahen Waldlichtung, damit er fĂŒr den Wettbewerb ab 9:30 Uhr stimmlich gerĂŒstet war. Erst nach Mitternacht wurden die Ergebnisse bekanntgegeben, und der nĂ€chste Tag stellte die Chöre wieder vor neue Herausforderungen. Den Sieg am Sonntag (Kunstlied) konnte der von Sebastjan Vrhovnik geleitete Chor APZ Tone Tomsic aus Laibach mit einer grandiosen Darbietung erringen. Den zweiten Platz erreichte der Chor aus Errenteria (Spanien) vor dem Chor aus Tokio, dessen jugendliche SĂ€ngerinnen und SĂ€nger sich zum zweiten Mal ĂŒber einen dritten Platz freuen durften.

Der Sonntagvormittag stand im Zeichen sakraler Musik. Jeder Chor musste um 10.00 Uhr in einer Kirche einen Gottesdienst musikalisch gestalten und sich ab 11:00 Uhr zum Offenen Singen im Stiftshof (Milstatt) einfinden. Bei strahlendem Sonnenschein erklangen Volkslieder aus aller Herren LĂ€nder, eine passende Gelegenheit fĂŒr die FDB-Abordnung, sich bei Prof. Hellmuth Drewes und dem Singkreis Porcia fĂŒr die freundliche Einladung und zuvorkommende Betreuung zu bedanken. Unter dem Beifall der Juroren, der teilnehmenden Chöre und der zahlreichen Zuhörer ĂŒberreichte Michael Rinscheid die mit Widmungsgravur versehenen Geschenke. 

Am gleichen Nachmittag fand sich Prof. Felix Resch, einer der Juroren, im Hotel Simeter zu einer GesprĂ€chsrunde ein und gab bereitwillig Auskunft auf Fragen, die sich auf Chor-Wettbewerbe im Allgemeinen und auf den Spittaler Porcia-Wettbewerb im Besonderen bezogen. Den eigentlichen musikalischen Abschluss des Wettbewerbs und damit unserer Reise bildete das PreistrĂ€gerkonzert am Sonntagabend, in dem die drei prĂ€mierten Chöre noch einmal eine Auswahl an Werken in mustergĂŒltigen Interpretationen zu Gehör brachten.

Zu Ende ging das Konzert mit einem sehr persönlichen Wort von Hellmuth Drewes, der nun fĂŒr 2013 diesen unvergleichlichen Wettbewerb zum 50. Mal proklamieren konnte. Er schaute aber auch zurĂŒck und bedankte sich bei allen Akteuren. Es war mehr als nur eine freundliche Geste, als der knapp 80-JĂ€hrige schließlich das Wort an Michael Rinscheid und die anwesenden FDB-Chorleiter richtete. Er hob lobend die nachahmenswerte Idee des FDB heraus, der durch das Miterleben solcher chorischen Highlights seinen Mitgliedern prĂ€gende Einblicke in das internationale Chorleben verschaffe und zugleich ungeahnte Chancen fĂŒr die Steigerung der eigenen Arbeit eröffne.

Am Montag, 9. Juli, endete die zweite FDB-Studienreise ins österreichische Spittal. In Bezug auf chorische HochgenĂŒsse war sie ganz sicher jedem Vergleich gewachsen, ihr perfekter Verlauf hat das Attribut „Harmonie“ in jeder Beziehung verdient. (Willi Kastenholz)

 


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